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„RENvolveIT“ besteht ersten Test

Viertes Projekt-Konsortium trifft sich in Prag

10.7.2026 | THD-Pressestelle

Professor Valdes (2.v.r) freut sich über gute multinationale Zusammenarbeit für „RENvolveIT“.
Presseartikel

Bild (THD):

Ende Juni fand in Prag das vierte Treffen des an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) entstandenen „RENvolveIT“-Konsortiums statt. Ziel des jährlich stattfindenden Treffens war es, die nächsten Schritte bezüglich der Entwicklung einer Toolbox zu besprechen. Diese unterstützt Energiegemeinschaften mit spezifischer Software für ihre Finanzierung, Planung und Ausführung. Rund zwanzig Forschende, Entwicklerinnen und Entwickler sowie Vertretende von Energiegemeinschaften aus Deutschland, Tschechien, Niederlande und Österreich nahmen teil - darunter auch Projektleiter Prof. Dr. Javier Valdes von der Fakultät Angewandte Informatik der THD.

Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: In Prag gab es nach Abschluss der ersten Testrunde die Gelegenheit, die Toolbox Prototype gemeinsam zu überprüfen und das Konzept weiter zu gestalten. Besagte Toolbox ist nicht etwa ein klassischer Werkzeugkasten mit Hammer und Schraubenzieher. „Die von uns bereitgestellten Werkzeuge sind wichtig für Bürgerenergiegesellschaften“, erklärt Professor Valdes. Besagte Gesellschaften sind Zusammenschlüsse von Personen, die gemeinschaftlich erneuerbare Energie erzeugen und den Ausbau von erneuerbaren Energie-Anlagen vorantreiben. Dieser zivilgesellschaftliche Beitrag zur Energiewende wird in vielfältiger Weise vom Staat unterstützt.

Bei Valdes‘ Werkzeugkasten handelt es sich in diesem Zusammenhang um Module, die eine optimale Kombination aus unterschiedlichen Energiequellen und in den Gemeinschaften vorhandenen Speichern auf Nachbarschaftsebene berechnen könnten. Dies ermöglicht die gemeinsame Nutzung von vorhandenen Netzen auf optimale Weise, was wiederum die Belastung letzterer minimiert. Weitere Anwendungsfälle sind beispielsweise Integrationswerkzeuge zur Vernetzung der Ladestationen für Elektrofahrzeuge mit Wärmepumpen und intelligenten Zählern in den jeweiligen Gebäuden.

Zusätzlich zu den Testverfahren in Niederlande, Wien oder Köln nahmen in diesem Frühjahr vier tschechische Energiegemeinschaften an einer Reihe interaktiver Workshops teil – sowohl vor Ort in Prag als auch online –, um die verschiedenen Bausteine der „RENvolveIT“-Toolbox zu testen. Es war das erste Mal, dass echte Nutzer praktischen Zugang zu allen geplanten Modulen erhielten. Die Reaktionen auf die Module waren ermutigend, wenn auch noch verhalten. Alle Tools konnten dennoch auch in der Prototyp-Phase mit ihrem Potenzial überzeugen.

 

Wie geht es weiter?

Beim jüngsten Konsortium-Treffen verbrachten die internationalen Teilnehmenden Tag damit, Ideen zu entwickeln, Strategien zu verfeinern und Möglichkeiten auszuarbeiten, wie man das gesammelte Feedback bestmöglich in die individuellen Tools und Toolbox zu integrieren. Nachmittags tauschten sie ihre Strategien für die Stromteilung und das Wachstum der Energiegemeinschaften aus. „Die getroffenen Entscheidungen werden jetzt direkt an die Entwicklungsteams in Deutschland, Österreich und den Niederlanden zurückgespielt, sodass die nächste Testphase pünktlich im September starten kann“, so der aktuelle Ausblick von Valdes für die kommenden Monate. Oberste Priorität habe dabei die zentrale Navigationsebene des Systems. „Damit meinen wir die Schnittstelle, über die die Nutzer je nach Stand der Bürgerenergiegesellschaften und deren aktuellen Bedürfnissen zwischen den verschiedenen Tools wechseln können“, sagt Luis Camargo, dessen Institute of Sustainable development an der Universität Utrecht, die Produkttests leitet. Workshops wie der in Prag sind für Camargo und Valdes ein entscheidendes Momentum. Denn einzig der Ansatz „echte Nutzer zu treffen und deren tatsächliche Bedürfnisse zu erkennen und im laufenden Betrieb zu verstehen“, könne den Erfolg des Projekts „RENvolveIT“ sicherstellen.