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Wie die Gesundheitsversorgung – insbesondere im ländlichen Raum – für die Zukunft in Zeiten von Praxensterben und chronischen Volkskrankheiten aufgestellt werden soll, skizzierte Dr. Christine Aumer von der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) in ihrem Vortrag „Community Health Nursing & Advanced Practice Nursing: Powerduo für die Gesundheitsversorgung" Anfang Mai beim Pflege- und Gesundheitskongress „because we care“ in Augsburg. Dabei machte sie die Notwendigkeit der Einführung von Community Health Nursing (CHN) und Advanced Practice Nursing (APN) in Deutschland sowie deren symbiotische Zusammenarbeit deutlich, um die zukünftigen demographischen und epidemiologischen Herausforderungen bewältigen zu können.
Im internationalen Umfeld, vor allem im skandinavischen und angelsächsischen Raum, sind Community Health Nurses bereits seit vielen Jahrzehnten als eigenständige Berufsgruppe fest in die Gesundheitsversorgung integriert. Sie ermöglichen außerhalb von Kliniken und Pflegeeinrichtungen eine effiziente medizinisch-pflegerische Versorgung, indem sie neben Koordination und Kommunikation auch direkte Versorgungsleistungen am Menschen übernehmen – etwa die Wundversorgung, Kontrolluntersuchungen oder die Beratung für bestimmte Krankheitsbilder. Advanced Practice Nurses (APN) dagegen sind als hochspezialisierte Pflegefachkräfte im klinischen Setting tätig und versorgen Patientinnen und Patienten stationär.
Pilotprojekt für neue medizinisch-pflegerische Versorgung nach internationalem Vorbild
Die Forschungsgruppe rund um Dr. Christine Aumer von der THD-Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften erarbeitete ein Modell, wie CHN in Deutschland eingesetzt werden können und welche Schnittstellen für eine eng verzahnte Zusammenarbeit mit bestehenden Versorgungsinstanzen zum Tragen kommen. Im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojekts mit der Schwesternschaft München vom Bayerischen Roten Kreuz e.V. und einer örtlichen Hausarztpraxis sind nun in Lindenberg im Allgäu seit Mai 2025 zwei Community Health Nurses tätig. Ziel ist der Aufbau einer koordinierten, wohnortnahen und multiprofessionellen Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung in der Region.
Die Zwischenergebnisse der noch laufenden Evaluationsstudie zeigen, dass die derzeitigen Hindernisse überwiegend in der gesetzlichen Verankerung angesiedelt sind. Weder besteht ein festes und einheitliches Rollenverständnis für das Berufsbild CHN noch ist die Haftungsfrage bei der Ausführung erweiterter Pflegetätigkeiten gänzlich geklärt. Außerdem brauche es dringend politische und gesetzliche Anerkennung, die eine Regelfinanzierung ermöglicht – ohne das Budget an anderen Stellen in der Pflege zu kürzen. Genauso brauche es aber auch die Innovationsbereitschaft der Praxis, appelliert Dr. Christine Aumer an die Besucherinnen und Besucher des Kongresses.
Erfahrungsaustausch, Diskussionen und Ideen
Bei dem Pflege- und Gesundheitskongress in Augsburg tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Versorgungsdisziplinen aus. In der Praxis Tätige, Auszubildende und Studierende, Lehrende und Forschende diskutierten unter anderem darüber, wie lange es noch dauere, bis CHN und APN in die Regelfinanzierung aufgenommen werden. Ebenso wurde thematisiert, wo CHN angesiedelt sein soll und wie sie tätig sein darf. Im Falle einer Angliederung an einen Pflegestützpunkt darf sie dort nach derzeit geltendem Recht nur sprechen und beraten. Damit sie aber in der Therapie aktiv beteiligt sein kann, braucht es aktuell noch Delegation und damit die Angliederung an ärztliche Praxen. Das entspricht nicht dem angestrebten Idealbild von eigenständiger und -verantwortlicher Pflegeversorgung durch CHN – wenngleich natürlich auch in Zukunft die enge Kooperation mit Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern sinnvoll ist.
Neben dem Forschungsprojekt „Community Health Nursing (CHN) in Lindenberg im Allgäu“ wurde bei dem Kongress auch das Engagement der THD für die Akademisierung und Internationalisierung in den Gesundheitsfachberufen sichtbar. So wurde etwa der Studiengang Nursing (B.Sc.) vorgestellt, der sich konkret an internationale Studieninteressierte richtet, die in Deutschland ein Pflegestudium absolvieren und in integrierten Kursen Deutsch lernen wollen, um anschließend in der Region beruflich Fuß zu fassen.
Vom 11. bis zum 13. Mai fand am Campus der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) die Nachhaltigkeitswoche im Rahmen des HEROES-Programms statt. Nach der Eröffnung durch Vizepräsidentin Prof. Dr. Martina Heigl-Murauer und Ulrike Sauckel, Projektleitung für die HEROES-Allianz an der THD, erwarteten die Studierenden der Hochschule Informationsstände und Workshops, eine Tauschbörse, die alten Gegenständen ein neues Zuhause gab, sowie eine klassische Schnitzeljagd, die an verschiedenen Nachhaltigkeitsplätzen des Campus vorbeiführte.
Praktisches Lernen statt Frontalunterricht im Hörsaal
Bei ihrer Eröffnungsrede betonte Heigl-Murauer, dass die Studierenden und das Personal der Hochschule alle Alltagshelden und dazu in der Lage seien, zu einer positiven Zukunft beizutragen. Die HEROES-Allianz bilde mit ihren fächerübergreifenden Projekten den perfekten Rahmen dafür. Neben den ernsten Worten zur Verantwortlichkeit eines jeden Einzelnen verweist sie abschließend darauf, dass die Nachhaltigkeitswoche auch Spaß machen solle. „A little bit of fun muss immer mit dabei sein“, beendete Prof. Heigl-Murauer ihre Rede schmunzelnd, bevor die Workshop- und Infostände die anwesenden Studierenden empfingen. Die Studierendenband „Let it Flow“, organisiert vom STWNO, sorgte mit thematisch passenden „Heroes-Liedern“ zusätzlich für Unterhaltung.
Die Aktivitäten der Nachhaltigkeitswoche sind darauf ausgelegt, die Internationalität und den hohen Praxisbezug der Hochschulallianz kennenzulernen. Durch Mitmachaktionen wie einem Stickerei-Workshop des Studierendenwerks zum Upcycling alter Kleidung oder der Schnitzeljagd über den Campus Deggendorf werden neues Wissen und nützliche Fähigkeiten direkt vermittelt – und das außerhalb eines Hörsaals.
Mit der Nachhaltigkeitswoche verfolgt die europäische Hochschulallianz HEROES gleich zwei Ziele: Einerseits sollen die Studierenden der THD bestmöglich auf aktuelle und zukünftige globale Herausforderungen vorbereitet werden, zu denen auch das Thema Nachhaltigkeit zählt. Andererseits möchte die Allianz sichtbarer werden und ihre Angebote im Bereich Forschung und Lehre vorstellen. Diese umfassen zum Beispiel neue Lernformate wie die Erasmus+ Blended Intensive Programs (BIPs), in denen Studierende unterschiedlicher europäischer Hochschulen zusammenkommen, um praktische Lösungen für den jeweiligen Projektort zu entwickeln. Dieser wechselt bei jedem einzelnen BIP, sodass jede Partnerhochschule der europäischen Allianz mal zum Gastgeber für die Teilnehmenden wird.
Internationale Zusammenarbeit für Forschung und Lehre
Die HEROES-Allianz besteht aus neun europäischen Partnerhochschulen und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Forschende, Studierende sowie Wirtschafts- und Industriepartner widerstands- und zukunftsfähig zu machen. Mit dem nötigen Wissen, praktischen Fähigkeiten und internationalen Beziehungen fördert das Netzwerk eine wissenschaftliche Forschung, die einen realen Einfluss in Europa hat.
Wenn niederbayerischer Innovationsgeist auf das radikale Wachstums-Mindset des Silicon Valley trifft, entstehen Werte, die die Region nachhaltig verändern können. Nach einer intensiven Projektphase von zehn Monaten und einer Reise nach Kalifornien feierte das renommierte „Silicon Valley Program“ der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) am 7. Mai sein großes Homecoming-Event am Campus Oberschneiding. Neun Startup-Teams präsentierten vor Investierenden, Branchenexperten, Unternehmenden und Forschenden, wie sie in den vergangenen Monaten den Sprung zur Marktreife vollzogen haben.
Von der KI-Revolution bis zum intelligenten Food-Konzept
Unter den Absolvierenden befinden sich Pioniere wie Markus Kett aus der Oberpfalz, der mit seinem Startup Cyrock ein „digitales Gehirn“ für Künstliche Intelligenz entwickelt hat. Seine Technologie ermöglicht es, gewaltige Datenmengen von mehr als tausend Terrabyte in Echtzeit zu verarbeiten – eine Innovation, die bereits jetzt das Interesse globaler Player wie Dell Technologies geweckt hat und kurz vor einer ersten Finanzierungsphase in Höhe von 3 Millionen Euro steht.
Im Bereich der Mobilität setzt das Programm ebenfalls Akzente. Der Teilnehmer Tomislav Lang nutzt das Netzwerk des Programms mit seiner Plattform FLYVINI, um mit seinem Partner, dem Flugplatz Straubing-Wallmühle, die Region rund um Straubing besser anzubinden. Für ihn war der Austausch mit innovativen Unternehmenden entscheidend, um kritische Fragen zu beantworten und das eigene Geschäftsmodell zu schärfen. Der Erfolg gibt ihm recht: Die anfänglichen Zweifel potenzieller Kunden transformieren sich bereits in echte Buchungen und steigende Passagierzahlen.
Dass Innovation auch durch den Magen geht, bewies Odette Lamkhizni mit NEW AGE OF FOOD. Sie entwickelte KI-gestützte Essensautomaten, die rund um die Uhr hochwertige, nachhaltig erwärmte Mahlzeiten anbieten. Für sie war das Programm ein Wendepunkt: „Man musste alles komplett neu denken und ist zehn Stufen nach unten gegangen, um das Fundament viel stärker wieder aufzubauen“. Heute besitzt ihr Unternehmen eine globale Perspektive.
Wegweisende Werte für Bayern sichern
Hinter dem Silicon Valley Program der THD, das seit rund 10 Jahren in Oberschneiding beheimatet ist, steht eine wichtige wirtschaftspolitische Überzeugung. Programminitiator Prof. Peter Schmieder bezeichnet es als fast „skandalös“, wenn marktverändernde Innovationen zwar in Bayern erfunden, aber erst durch ausländisches Kapital andernorts zu wirtschaftlichem Erfolg geführt werden. Das Ziel von „To the Valley and Back“ ist es daher, die Teams investitionsfähig und einsatzbereit zu machen sowie die Wertschöpfung hier in der Region zu halten.
Ein Programm für die Zukunft
Das Homecoming-Event unterstrich die Bedeutung dieses Netzwerks. Vor einem hochkarätig besetzten Panel, unter anderem mit Vertretenden von Fraunhofer Venture, dem Head of Entrepreneurship der Universität St. Gallen sowie Partnern von Sequel Europe, bewiesen neun Teams ihre „Invest-Readiness“. Nach den Präsentationen fanden beim anschließenden Networking bereits konkrete Investorengespräche statt. Besonders die Anwesenheit zahlreicher Alumni, die teilweise bereits vor sechs Jahren am Programm teilnahmen, zeigt die tiefe Verbundenheit des geschaffenen Ökosystems.
„Ich bin unvorstellbar stolz auf die Teams, weil ich weiß, auf welchem Niveau sie begonnen und wie sie sich entwickelt haben“, resümiert ein sichtlich zufriedener Peter Schmieder. Mit einem völlig neuen Zugang zu Themen wie Skalierung, Verkauf und unternehmerischem Denken kehren die Gründerinnen und Gründer zurück und sind bereit, ihre Innovationen in echten gesellschaftlichen Wert zu verwandeln.