Hochschule ohne Abitur immer beliebter
26.3.2026 | THD-Pressestelle
Die aktuelle Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zeigt, dass immer mehr Personen ohne Abitur erfolgreich ein Studium absolvieren. Laut den jüngsten verfügbaren Daten wurde im Jahr 2024 erstmals die 10.000er Marke überschritten. Auch die Zahl der Studierenden, die sich auf dem beruflichen Weg für eine akademische Ausbildung qualifiziert haben, bleibt konstant hoch. In Bayern zählt die Technische Hochschule Deggendorf (THD) dabei zu den drei nachgefragtesten Institutionen.
Prof. Waldemar Berg, Präsident der THD, lässt die Kirche trotz der wohlklingenden Botschaft im Dorf: „Dass wir in Bayern auch bei Leuten mit anderer Qualifikation als dem Abitur oder dem Fachabitur zu den beliebtesten Hochschulen zählen, freut uns natürlich sehr.“ Dennoch liege deren prozentualer Anteil an der Gesamtstudierendenzahl der THD derzeit bei unter einem Prozent. „Aber dennoch“, so Berg weiter, „in absoluten Zahlen sind das immerhin etwas mehr als 300 Studentinnen und Studenten, die auf beruflichen (Um)wegen an unsere Hochschule gefunden haben und hier erfolgreich lernen und studieren.“ Das sei beachtlich und aller Ehren wert. Auch sei dieses positive Beispiel eine Bestätigung der THD-Wachstumsstrategie. Denn die CHE-Studie zeigt, dass Studierende ohne allgemeine Hochschulreife und Fachhochschulreife große Hochschulen und insbesondere Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit mehr als 7.000 Studierenden bevorzugen.
Die Studie des CHE offenbarte außerdem, dass bei der Wahl der Studienfächer die Ingenieurwissenschaften mit 19,1 Prozent und der Bereich Gesundheitswissenschaften mit 16,6 Prozent einen großen Anteil haben. Bei beiden könne laut Präsident Berg die THD punkten. Die Studienleiterin des CHE, Sigrun Nickel, erklärt: „Gerade im Bereich Gesundheit und Pflege beobachten wir eine starke Nachfrage von Studieninteressierten ohne Abitur. In den Fächern Pflegewissenschaft/-management und in der Gesundheitspädagogik hat sich mittlerweile sogar jede bzw. jeder Vierte über den Beruf für das Studium qualifiziert und nicht über den Schulabschluss.“
Berg hoffe, dass in Zukunft deutlich mehr Menschen diese zusätzliche Karriereoption bewusst werde. Die allgemein wachsenden Zahlen deuteten bereits darauf hin, dass das Interesse kontinuierlich wächst. Auch teilt der THD-Präsident die Ansicht des CHE, dass sich „das Studium ohne Abitur inzwischen als fester Bestandteil eines durchlässigen Hochschulsystems in Deutschland etabliert hat.
INFO
Aktuell sind rund 70.000 Studierende ohne Hochschul- und Fachhochschulreife an einer deutschen Hochschule eingeschrieben. Das entspricht, wie auch im Vorjahr, einem Anteil von 2,4 Prozent an allen Studierenden im Bundesgebiet. Ein leichter Anstieg zeigt sich bei den beruflich qualifizierten Erstsemestern. Deren Zahl liegt aktuell bei rund 13.000 Personen, was einem Anteil von 2,7 Prozent an allen Studienanfängerinnen entspricht. Einen neuen Höchststand hat die Zahl der Bachelor- und Masterabsolventen ohne (Fach-)Abitur mit 10.270 im Jahr 2024 erreicht. Damit haben insgesamt 104.941 beruflich Qualifizierte seit der bundesweiten Einführung des Studiums ohne Abitur im Jahr 2009 einen Hochschulabschluss erworben.
Bild (THD): Mehr als 300 Studentinnen und Studenten haben sich aktuell auf dem beruflichen Wege für ihr Studium an der THD qualifiziert.